WIE KÖNNEN WIR EINEN KLIMASTREIK ORGANISIEREN?

ORGANISIEREN AM ARBEITSPLATZ

Schritt 1: Anfangen

Veranstalte eine Diskussionsrunde oder nutze einen Newsletter, ein Schwarzes Brett oder einen E-Mail-Verteiler am Arbeitsplatz, um Informationen über den globalen #Klimastreik zu verbreiten.

Versuche, ein Gespräch über die Zusammenhänge zwischen der Klimakrise und deiner Branche zu beginnen. Schlage ein paar Möglichkeiten vor, wie du und andere Angestellte der Firma sich dem Streik anschließen könnten und entscheidet gemeinsam, was ihr machen wollt.

Unterschätze nicht, welche Kraft du hast, deinen Freund*innen- und Kolleg*innenkreis zu inspirieren, wenn du zeigst, wie sehr dich dieser Moment bewegt. Du könntest Teilnehmende eines Schulstreiks vor Ort einladen, um mit deinem Team zu sprechen und mit dir gemeinsam zu planen – Kontaktmöglichkeit über #FridaysForFuture

Manche Arbeitgeber*innen müssen über die Aktionen benachrichtigt werden.

Schritt 2: Lege deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber einen Vorschlag oder einen Beschlussentwurf vor

Wenn du einen anfänglichen Plan und Interesse hast, lege deiner Firmenführung einen Vorschlag vor, worin erläutert wird, wie und warum dein Arbeitsplatz sich dem #Klimastreik anschließen sollte. Verhandle eine Regelung, die für jeden funktioniert. Bedenke, dass ein Ziel von de.globalclimatestrike.net darin besteht, überall den gewohnten Gang zu durchbrechen, zu Aktionen aufzurufen und Politiker*innen dazu zu bringen die Klimakrise ernst zu nehmen.

Schritt 3: Mache die Unterstützung deiner Arbeitgeberin oder deines Arbeitgebers publik

Sobald eure Firmenleitung der Teilnahme des Personals zugestimmt hat, bitte sie, dies zum Beispiel durch Teamnewsletter, E-Mails, auf ihrer Webseite und über soziale Medien zu verbreiten.

Sorgt dafür, dass überall Poster aufgehängt und Flyer verteilt werden. Lade Leute aus deinem Arbeitsumfeld dazu ein, das gleiche über ihre Netzwerke zu tun.

Stellt Selfies oder Gruppenfotos mit dem Hashtag #climatestrike in soziale Medien, damit die streikenden Schüler wissen, dass dein Arbeitsplatz mitmacht und andere Firmen inspiriert werden, mitzuziehen.

 

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Unions meeting about how they can support the September 20 Climate Strike #schoolstrike4climate #climatestrike

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Klimastreikideen für Angestellte

Arbeitnehmer*innenrechte und Arbeitsgesetze sind weltweit sehr unterschiedlich und nicht alle können streiken oder einer Gewerkschaft angehören ohne rechtliche Konsequenzen zu fürchten. Auf unserem eklatant ungerechten Planeten können manche auf keinen einzigen Tagelohn verzichten; und manche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber würden uns für den bloßen Versuch sofort entlassen.

Außerdem sind manche Jobs einfach unentbehrlich: Notärzt*innen sollten nicht aufhören, Leben zu retten. Viele Arbeiter*innen werden handeln und dies könnte auch bedeuten, dass Gewerkschaften und ihre Mitglieder zum Streik aufrufen.

Hier zeigen wir verschiedene Möglichkeiten, dich an den Klimastreiks zu beteiligen oder sie zu unterstützen, wenn du am 20. oder 27. September eigentlich arbeiten solltest:

Organisiere eine Einstellung der Arbeit am Arbeitsplatz

Wenn du und genug andere Leute am deinem Arbeitsplatz dabei sind, könntet ihr die Arbeit zu einer bestimmten Zeit gemeinsam einstellen und euch draußen versammeln oder euch einer größeren Klimastreik-Veranstaltung in der Nähe anschließen. Macht Fotos und teilt sie und denkt kreativ darüber nach, wie ihr euren Beruf bildlich repräsentieren könnt. Viele Arbeitgeber*innen müssen darüber benachrichtigt werden.

Fragt eure Arbeitgeber*innen oder Manager*innen, ob sie ihre Kinder oder Enkel unterstützen und sich vorstellen könnten gemeinsam mit ihren Mitarbeiter*innen an Aktionen teilzunehmen oder anderen Ideen am eigenen Arbeitsplatz über die ihre euch abgestimmt habt.

Organisiere einen Trainingstag

Kannst du mit deiner Firmenleitung gemeinsam einen Trainingstag über die Klimakrise und die Auswirkungen auf eure Branche planen, der in den Zeitraum der Klimastreiks im September fällt? Die Teilnahme an einer #Klimastreik-Veranstaltung vor Ort könnte ein wichtiger Teil des Trainings für alle Beteiligten sein!

 

Organisiere eine Aktion an deinem Arbeitsplatz

Dazu könnte gehören, dass ihr am Arbeitsplatz als Ausdruck der Solidarität mit den am Klimastreik Beteiligten eine kurze Veranstaltung abhaltet. Ihr könnt Selfies mit Schildern, die erläutern, was ihr tut und warum ihr es tut, in den sozialen Medien teilen, um Aufmerksamkeit aufzubauen.

Du könntest alle dazu ermutigen, einen Button oder ein Armband als Zeichen der Solidarität zu tragen. Oder ihr könnt Alarm schlagen, indem ihr gemeinsam viel Lärm macht oder eine stille Mahnwache abhaltet. Bemühe deine Kreativität und denke darüber nach, wie dein Job mit der Klimakrise zusammenhängt und vernetze dich mit anderen #Klimastreik-Organisatoren in ähnlichen Berufen auf der ganzen Welt, indem du das Hashtag benutzt.

 

Nimm dir frei

Du könntest dir offiziell im Voraus frei nehmen und so viele wie möglich dazu aufrufen, es auch zu tun. Teile deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber mit, warum du dir frei nimmst. Damit stellst du sicher, dass durch dein Handeln am Arbeitsplatz das Bewusstsein dafür entsteht, wie schwerwiegend die Klimakrise ist und was für Opfer du und andere bringen, um sie zu bewältigen.

 

Verlängere deine Mittagspause

Nutze deine Mittagspause, um dich mit anderen Angestellten deiner Firma dem #Klimastreik anzuschließen, wenn ihr euch nicht freinehmen könnt. Viele #Klimastreik-Veranstaltungen am 20. und 27. September finden um die Mittagszeit statt. Wenn möglich, könntest du als Ausgleich deinen Arbeitstag früher beginnen oder später beenden.

Manche Arbeitgeber*innen müssen darüber benachrichtigt werden.

Bringe deine Firma dazu, einen Beschluss zu fassen

Manche Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie ihren Angestellten vorbehaltlos frei geben, damit sie sich einem #Klimastreik anschließen können. Du könntest mit deinen Teammitgliedern einen Vorschlag unterbreiten, dass dies an eurem Arbeitsplatz auch passiert. Du könntest die Firma dazu bringen, dies zu publik zu machen, um Aufmerksamkeit für das Handeln der Firmenleitung zu erzeugen. Hier ist ein Musterantrag der University of Technology in Sydney, Australien.

Wir ermutigen dich selbst eine Aktion vorzubereiten oder an einer #Klimastreik- Veranstaltung teilzunehmen. Wenn du Zweifel an der legalen Situation hast, berate dich mit einer Gewerkschaft.

ORGANISIEREN AM WOHNORT

 

Verbünde dich mit jungen streikenden Schüler*innen

Bevor du damit beginnst, einen #Klimastreik zu organisieren, stelle sicher, dass du jugendliche Streikende und andere Klimagruppen ausfindig machst, die an deinem Wohnort entstanden sind, um eine gemeinsame Planung für den September vorzunehmen. Lass dich von den Jugendlichen leiten, die diese Mobilisierung ins Leben gerufen haben.

Du kannst über die #FridaysForFuture-Plattform mit jungen Klimastreikenden in Verbindung treten, auch indem du mit jungen Leuten sprichst, die du schon kennst, oder über die Suche in sozialen Medien.

Wenn du bereits Klimaaktionen organisierst, lade streikende Schüler*innen ein, bei den bevorstehenden Veranstaltungen und Treffen zu sprechen. Vielleicht kannst du sie bitten, selbst eine E-Mail an den Verteiler deiner Gruppe zu verfassen.

Falls du neu dabei bist, fange damit an, junge Streikende zu fragen, wobei sie Hilfe brauchen. Sprich mit jungen Leuten und Erwachsenen, die du kennst, darüber, was man tun kann, um zwischen jetzt und September eine Dynamik aufzubauen.

Was wird praktisch benötigt? Kannst du einen Ort für Treffen anbieten? Kannst du ihnen helfen, für die Veranstaltung eine Genehmigung zu erhalten? Künstlerisches Zubehör? Kostenlose Werbung?

Schritt 1: Stelle ein Organisationsteam zusammen

Du kannst es nicht allein tun. Stelle ein Kernteam von Leuten zusammen, die die Kontakte, Fähigkeiten und die Leidenschaft mitbringen, die ihr braucht, damit dies ein großer Moment wird, der alle in eurem Ort stärkt und inspiriert.

Wenn ihr für euer Organisationsteam klare Strukturen und Rollen habt, wird euch dies dabei helfen, effektiv zu arbeiten und potenzielle Konflikte zu vermeiden.

Es ist eine gute Idee, neben streikenden Jugendlichen andere mögliche Beteiligte in die Organisationsgruppe zu holen. Damit dies ein wirklich bedeutender Tag wird, ist es besonders wichtig, dass unterschiedliche Gruppen zusammenarbeiten.

Mit welchen Gruppen in eurem Ort könnt ihr für diesen Zweck zusammenarbeiten? Vielleicht örtliche Glaubensgemeinschaften, Sportvereine, Gewerkschaftsgruppen, Universitäten, Kunstgenossenschaften, ortsansässige Firmen?

Wie werdet ihr zusammenarbeiten und kommunizieren? Wie oft werdet ihr euch treffen?

Erstellt eine WhatsApp-Gruppe oder E-Mail-Liste, plant regelmäßige Treffen und überlegt euch, wer in welchem Bereich eine Führungsrolle einnehmen kann.

Ressourcen:

Handbuch für den Klimawiderstand

Gruppenstruktur organisieren

Delegieren

Schritt 2: Lade Mitmenschen vor Ort zum Mitmachen ein

Sobald ihr einen Plan für eure Veranstaltung habt und Zeit und Ort feststehen, ist es Zeit, euren Klimastreik anzumelden und damit beginnen, Leute dafür zu gewinnen.

Nicht kleckern, klotzen! Setzt euch ein Ziel für die Anzahl von Interessierten, die ihr gewinnen könnt. Konzentriert euch auf drei Gruppen, die ihr mit an Bord holen könnt und die euch helfen werden, viele Leute auf einmal zu erreichen – vielleicht die Leitung einer Glaubensgemeinschaft, Lokalpolitiker*innen, lokale Medien oder lokale Firmen?

Bittet alle, die sich neu melden, um Unterstützung dabei, neue Leute zu involvieren und versorgt eure Freiwilligen mit allem, was sie zum Helfen brauchen.

Anwerbetaktiken können Folgendes beinhalten:

  • Sendet euren Unterstützer*innen regelmäßig E-Mails!
  • Bringt im ganzen Ort Flyer, Poster und Sticker an.
  • Organisiert eine Veranstaltung zum Anwerben (z. B. Filmvorführung oder Diskussion).
  • Geht von Tür zu Tür.
  • Verbreitet euer Anliegen über lokale Radiosender und Zeitungen.
  • Teilt euren Veranstaltungslink in sozialen Medien.
  • Schreibt Leitartikel für Lokalzeitungen.
  • Sorgt dafür, dass eure Veranstaltung in Gemeindekalendern, Newslettern und an Schwarzen Brettern publik gemacht wird.

Hier gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie man die Botschaft verbreiten kann.

Schritt 3: Organisieren, organisieren, organisieren

Erstellt eine To-do-Liste mit allem, was ihr braucht, damit eure Klimastreik-Veranstaltung ein Erfolg wird. Teilt sie mit allen Beteiligten, ladet Freiwillige ein und delegiert Aufgaben an Freiwillige und Arbeitsgruppen.

Aufgaben, die ihr in die Liste aufnehmen könnt:

  • Gruppenkoordinierung – Treffen, Freiwilligenunterstützung
  • Partnerschaft und Bündnisbildung – Outreach und Zusammenarbeit
  • Materialien – Flyer, Poster, Banner, Anmeldelisten
  • Veranstaltungsplanung – Logistik, Genehmigungen, Programmplanung
  • Kommunikation – E-Mail-Newsletter, soziale Medien
  • Medien – Pressemitteilungen, Interviews, Ansprechpersonen
  • Multimedia – Fotos, Video
  • Nachbereitung – Folgeveranstaltungen, E-Mails

Alles, was dann noch bleibt, ist, Leute am #ClimateStrike-Tag zu mobilisieren.

Vergesst nicht, am Tag selbst Anmeldebögen und Flyer für mögliche Folgeveranstaltungen von euch oder euren Verbündeten zu verteilen.

Der #Klimastreik wird viel neue Energie, Schwung und Aufmerksamkeit für Klimaaktionen in eurem Wohnort freisetzen. Es ist ein toller Moment, um neue Organisierende und Freiwillige in lokale Kampagnen und Gruppen einzubeziehen, damit ihr auch nach September den Druck aufrechterhalten könnt.

Klimastreikideen für Wohnorte

 

Demos

Wenn es an eurem Wohnort eine große und aktive Klimabewegung gibt, organisiert doch vielleicht einen große Demonstration durch eine Innenstadt oder in Richtung eines Regierungs- oder Gemeindegebäudes. Mit genügend Leuten sind Demos eine wirkungsvolle Art, eure Botschaft auf die Straße (und in die Medien) zu bringen. Sie sind laut, oft disruptiv und rütteln Leute in ihrem Alltagstrott auf, damit sie über eure Kernbotschaften und -forderungen nachdenken.

Sorgt dafür, dass eure Banner, Schilder und andere visuelle Elemente ins Auge springen, damit eure Botschaft deutlich sichtbar wird.

Kundgebungen

Wie Demos helfen Kundgebungen, eurer Botschaft auf auffällige Weise Öffentlichkeit zu verschaffen. Sie sind laut, beanspruchen Platz und stören den Alltag – besonders an einem belebten Ort. Ihr braucht keine so große Gruppe wie bei einer Demo, dennoch kann man einen lauten Eindruck hinterlassen.

Kundgebungen sind eine tolle Möglichkeit, die Menge anzufeuern – alle lieben es zu jubeln! Vermittelt der Öffentlichkeit die Details eures Anliegens und gebt jungen Klimastreikenden und anderen Partnergruppen die Plattform, um ihre Botschaft zu verbreiten. Kundgebunden & Demos = gemeinsam erreicht man mehr!

 

Fotos von Solidaritätsaktionen

Wenn euer Ort oder eure Gruppe etwas kleiner ist, organisiert vielleicht eine Solidaritätsfotoaktion, mit der ihr die Unterstützung für den #Klimastreik in eurem Wohnort zeigen könnt.

Organisiert eure Aktion an einem markanten Ort eurer Stadt, eures Arbeitsplatzes oder eurer Gemeinde (z. B. Rathaus, eine bekannte Brücke, ein Ort mit einer charakteristischen Aussicht auf eure Stadt).

Solche Aktionen können ziemlich leicht und schnell organisiert werden. Ihr könnt dabei ein Banner aufhängen, Leute für eine Versammlung zusammentrommeln oder eine beliebige friedliche Aktion abhalten, die die Bekanntheit des gewählten Ortes nutzt, um Solidarität mit den Millionen von Menschen zu zeigen, die an dem Tag auf die Straße gehen. Verbreitet eure Botschaft über Banner, Schilder, Requisiten oder andere kreative visuelle Elemente.